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Müssen Werbeagenturen den Einsatz von KI in Online-Kampagnen offenlegen?

Da KI-Tools zur Fotoerstellung wie Midjourney immer fortschrittlicher und weit verbreiteter werden, ermutigt die weltweit größte Werbeagentur Ogilvy Marketingunternehmen, explizit anzugeben, wann sie in Social-Media-Kampagnen verwendet werden.

Das Aufkommen und die sich rasch verbessernden Fähigkeiten von KI-Bildgeneratoren wie Midjourney haben in der Online-Welt sowohl Aufregung als auch Debatten ausgelöst.

Auf Instagram haben digitale Neulinge eröffnet Konten ihre fantasievollen Experimente mit dem Testen der Grenzen von KI-Tools einer großen Fangemeinde mitzuteilen. Diese farbenfrohen und sehr detaillierten Bilder zeigen KI-imaginierte Bilder Architektur, Kunstwerk und Darüber hinaus.

Ein kurzer Bildlauf zeigt, wie sich die Genauigkeit dieser Tools innerhalb kürzester Zeit enorm verbessert hat. Noch vor wenigen Monaten hatte Midjourney Schwierigkeiten, realistisch aussehende menschliche Hände herzustellen, doch heute ist das kaum noch ein Problem.

Experten von Ogilvy, der weltweit größten Werbeagentur, gehen daher davon aus, dass im digitalen Bereich eine Flut neu eingeführter, KI-generierter Social-Media-Prominente entstehen wird. Das mag weit hergeholt klingen, wenn Sie mit der Figur nicht vertraut sind Miquela, die mit ihren 2.8 Millionen Instagram-Followern bereits über ein Arsenal an Markenpartnerschaften verfügt.

Doch die Grenzen solcher Geschäfte könnten sich ändern, da Ogilvy den Start einer Initiative vorbereitet, die Werbefirmen dazu drängt, offenzulegen, wenn KI-generierte Bilder in digitalen Kampagnen verwendet werden.

 

 

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Der KI-Verantwortungscode

Nach Angaben der Financial Times wird Ogilvys Initiative von Social-Media-Unternehmen verlangen, „KI-generierte Influencer-Kampagnen klar offenzulegen und öffentlich zu deklarieren“.

Der Werberiese hat bereits geplant, alle KI-Bilder, die er in seiner eigenen Werbung verwendet, mit einem „Wasserzeichen“ zu versehen.

Dieser neue Code verfolgt einen ähnlichen Ton wie andere Codes rund um gefilterte Bilder in sozialen Medien. In Europa, insbesondere in Norwegen und bald auch in Frankreich, sind Social-Media-Influencer nun gesetzlich verpflichtet, offenzulegen, wenn ihre Fotos retuschiert oder gefiltert wurden.

Solche Richtlinien wurden eingeführt, um die Bürger vor dem Zorn sich ständig ändernder und unrealistischer Schönheitsstandards zu schützen, aber auch, um ein gewisses Maß an Wahrhaftigkeit über die Wirksamkeit von Produkten zu gewährleisten, für deren Online-Werbung Influencer bezahlt werden.

Tausende weltweiter Werbe- und Marketingmanager werden sich nächste Woche zur jährlichen Veranstaltung treffen Cannes Lions Konferenz. Ogilvy plant, seinen neuen KI-Verantwortlichkeitskodex auf der Veranstaltung vorzustellen, bei der der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Branche sicherlich ein zentrales Diskussionsthema sein wird.

Nicht nur wird der Einsatz von KI im Marketing heftig diskutiert, sondern von Experten wird auch erwartet, dass sie sich mit der Art und Weise befassen, wie automatisierte Algorithmen auf dem Weg sind, bestimmte Arbeitsplätze zu beeinflussen und zu ersetzen – vom Prozess des Kaufs von Werbeflächen bis hin zur Produktion kreativer Inhalte auf ganzer Linie.


Warum braucht das Publikum Offenlegung?

Der weltweite Influencer-Chef bei Ogilvy, Rahul Titus, sagte, dass KI-generierte Charaktere einen deutlich größeren Prozentsatz der Social-Media-Influencer ausmachen.

Diese Individuen – auch wenn sie keine echten Menschen sind – lassen sich leicht als reale Charaktere darstellen, die in der digitalen Welt existieren. Ihre Online-Persönlichkeiten, einzigartigen Stile und skurrilen Eigenschaften ziehen eine Millionen-Fangemeinde an.

Ihre große Fangemeinde bietet die perfekte Gelegenheit für Marken, die ihre Produkte online bewerben möchten. Da die Grenzen der KI-generierten Bilder grenzenlos werden, können diese Charaktere leicht als Markenbotschafter für verschiedene Unternehmen rekrutiert werden.

Die Psychologie hinter dem, was uns zum Kauf bewegt, ist gut erforscht – und die Macht, die Social-Media-Influencer haben, um uns davon zu überzeugen, auf „Kaufen“ zu klicken, ist keine Ausnahme. „Menschen kaufen Menschen, keine Marken“, sagte Rahul Titus.

Was passiert also, wenn diese „Person“ nicht wirklich real ist?

Ogilvy ist sich bewusst, dass das KI-Marketing bis 26 voraussichtlich um 2025 Prozent wachsen wird, und möchte echte Social-Media-Influencer schützen, die für ihr Einkommen auf digitale Werbung und Markenpartnerschaften angewiesen sind.

Sie schlägt Wasserzeichen als wichtigen Schritt vor, um sicherzustellen, dass die „Authentizität“ des Influencer-Marketings und der Influencer-Werbung gewahrt bleibt und das Publikum nicht durch KI-generierte Influencer oder Werbekampagnen in die Irre geführt wird.

Es wird interessant sein zu sehen, was sonst noch vom bevorstehenden Werbegipfel in Cannes herauskommt. Wir werden auf jeden Fall nach interessanten Entwicklungen Ausschau halten.

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