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Bradley Cooper sieht sich wegen seiner neuen „Maestro“-Prothese einer Gegenreaktion ausgesetzt

Die bevorstehende Darstellung von Leonard Bernstein durch den Schauspieler stößt auf Kritik, da es sich um eine übertriebene Make-up-Transformation handele. Viele sind der Meinung, dass dadurch antisemitische Stereotypen über jüdische Menschen gefördert werden. 

Der Aufwand, den ein Schauspieler auf sich nimmt, um sich für eine Rolle körperlich zu verwandeln, wird oft als Beweis seines Könnens gepriesen.

Bradley Coopers bevorstehende Darstellung von Leonard Bernstein in dem mit Spannung erwarteten Film „Maestro“ ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine solche Transformation, doch statt ein künstlerisches Engagement zu feiern, feiern Kommentatoren dies Kritik an Coopers prothetischem Make-up mit Vorwürfen von „Jewface“.

Bernstein war ein weltweit erfolgreicher Komponist, der die berühmte „West Side Story“ schuf. „Maestro“ konzentriert sich auf Bernsteins Karriere und die Beziehung zu seiner Frau Felicia Montealegre (gespielt von Carey Mulligan).

Cooper war Co-Autor, Produzent und Regisseur des neuen Biopics. Einige vermuten, dass der Schauspieler auf eine Oscar-Nominierung aus ist – und sein dramatisches Makeover ist ein weiterer Versuch, dorthin zu gelangen.

Die transformative Kraft des Kinos hat es Schauspielern ermöglicht, über ihre eigene Identität hinauszugehen und Charaktere zum Leben zu erwecken, die in unseren Herzen und Gedanken verweilen. Christian Bales skelettartige Gestalt in „The Machinist“ oder Charlize Therons nicht wiederzuerkennende Verwandlung in „Monster“ sind Sinnbilder dieser Hingabe, wobei letztere ihr einen Oscar einbrachte.

Aber Internetnutzer fragen sich, wie angemessen Coopers „Maestro“-Transformation ist, was eine allgemeine Debatte über Hollywoods Repräsentationsansatz entfacht.

Die Veränderung in Coopers Aussehen beinhaltet eine übertriebene Nasenprothese, die viele haben behauptet, antisemitisch zu sein.

Ein X-Benutzer kommentierte: „Bradley Cooper steckt sich eine wahnsinnig große Nasenprothese an, um einen jüdischen Mann zu spielen […] und wir sollen uns alle einfach so verhalten, als wäre das cool und normal?“

Andere weisen auf den Unterschied zwischen Coopers neuem Aussehen und Bernsteins realem Aussehen hin und tun die prothetische Transformation als unnötig ab.

„Ich habe gesehen, wie Bradley Cooper am Broadway den Elefantenmann ohne Prothesen gespielt hat“, sagte ein anderer Social-Media-Nutzer sagte. „Aber dann spielt er einen Juden und beschließt, dass er eine riesige Nase braucht?“

Die Reaktion auf den neuen „Maestro“-Trailer wirft eine entscheidende Frage auf: Überschreiten Schauspieler auf der Suche nach künstlerischer Authentizität versehentlich Grenzen und halten schädliche Vorurteile aufrecht? Und – was vielleicht noch relevanter ist – sind diese dramatischen Veränderungen nur Versuche, großen Ruhm zu erlangen, unabhängig davon, ob sie die Authentizität völlig aufgeben oder nicht?

Das Argument noch einmal

Die Darstellung von St. Cooper erinnert daran, dass Kunst zwar oft eine Quelle der Inspiration und Unterhaltung ist, aber auch die Macht besitzt, gesellschaftliche Wahrnehmungen zu beeinflussen und zu formen.

Was diesen Fall besonders ergreifend macht, ist die Schnittstelle zwischen der Transformation eines Schauspielers, dem breiteren kulturellen Kontext und der möglichen Aufrechterhaltung von Stereotypen.

Kritiker mögen behaupten, dass Schauspieler die kreative Freiheit haben sollten, ihr Erscheinungsbild zu verändern, doch auch das Prinzip der ethischen Verantwortung verdient seinen Platz im Diskurs.

Während es unrealistisch ist, von Schauspielern zu erwarten, dass sie genau den historischen Figuren ähneln, die sie darstellen, ist es ebenso wichtig anzuerkennen, dass Entscheidungen – wie etwa übertriebene Prothesen – ungewollt historische Vorurteile widerspiegeln und negative Assoziationen verstärken können.

Und sind sie wirklich notwendig? Das Publikum schaut sich Biografien nicht an, um zu sehen, wie sehr der Schauspieler dem Thema ähnelt. Biopics funktionieren, weil sie faszinierende Aspekte des Lebens einer Person nachbilden. Die genauen Proportionen von Leonard Bernsteins Nase spielten sicherlich keine Rolle in seiner illustren Karriere.

Beim Navigieren durch das komplexe Netz des künstlerischen Ausdrucks sollten Filmemacher beim Geschichtenerzählen nach der Wahrheit streben, geleitet von den Prinzipien der Empathie, des Respekts und einer unerschütterlichen Verpflichtung, schädliche Vorurteile abzubauen.

„Maestros Kontroverse ist eine ergreifende Erinnerung daran, dass die transformative Kraft des Kinos mit größter Sorgfalt und Rücksichtnahme auf die Welt, die es prägt, genutzt werden sollte.“

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