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Wie Indien seine Hunger- und Unterernährungskrise bekämpft

Indiens Kampf gegen Hunger und Unterernährung bleibt ein harter Kampf. Erstaunliche Statistiken zeichnen ein düsteres Bild der unsichtbaren Krise des Landes, von der Millionen Menschen betroffen sind, insbesondere die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Indiens düsteres Ranking von 111 von 125 Ländern in der Welthunger-Index 2023, mit einem „schwerwiegenden“ Hungerwert von 28.7, ist eine ernüchternde Erinnerung an die Herausforderungen, die vor uns liegen.

Besonders akut ist die Krise für Wanderarbeiter, Bäuerinnen und ihre Familien, die oft durch das Raster der Datenerfassung und staatlicher Programme zur Bekämpfung von Unterernährung fallen.


Mewats Hitzewellen und Anämie-Kämpfe

Im ländlichen Bezirk Mewat, Haryana, bringt die anhaltende Hitzewelle eine doppelte Belastung für Bäuerinnen mit sich, die mit Anämie zu kämpfen haben.

Demnach leiden 68.6 % der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren und 79.9 % der schwangeren Frauen derselben Altersgruppe an Anämie Nationale Familiengesundheitsumfrage 5 (2019-21).

Die Kombination aus intensiver körperlicher Arbeit bei sengenden Temperaturen und Mangelernährung hat zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen geführt, darunter lebensbedrohliche Fälle von Hitzschlag und schwerer Anämie, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten.

Miskena, eine 35-jährige Mutter von vier Kindern, ist ein Beispiel für diesen Kampf. Mit einem Hämoglobinwert von 8.5 Gramm pro Deziliter (unterhalb des Normalbereichs) stillt sie ihren neun Monate alten Sohn, während sie täglich sieben bis acht Stunden auf den Feldern schuftet.

"Es ist schwer. Ich bin ständig erschöpft und verspüre dieses Kribbeln am ganzen Körper“, klagt sie.

Ihre Geschichte ist nicht einzigartig, da unzählige andere Frauen wie die 22-jährige Satram ähnliche Prüfungen durchgemacht haben und aufgrund ihres anämischen Zustands, der durch die unerbittliche Hitze noch verschlimmert wurde, nur knapp dem Tod entkommen sind.


Gujarats Notlage für Wanderarbeiter

Die Notlage der Wanderarbeiter und ihrer Familien in Gujarat ist eine deutliche Erinnerung an die unsichtbare Krise, die oft unbemerkt bleibt und zu wenig gemeldet wird.

Sheila, eine Wanderarbeiterin aus dem Dorf Manjhi im Distrikt Chhapra in Bihar, brachte ihre Probleme zum Ausdruck: „Arhar dal (Linsen) kostet 150 Rupien pro Kilo. Wir kaufen jeden Tag Milchpakete für elf Rupien, um Tee zuzubereiten. Es ist kein Artikel, den wir [in ausreichender Menge] kaufen können, damit unsere Kinder ihn trinken können.“

Ihre Worte spiegeln die harte Realität wider, mit der Tausende benachteiligter Migrantenfamilien in Indien konfrontiert sind, die in einem Kreislauf aus Armut und Unterernährung gefangen sind.

Laut NITI ist Aayog mehrdimensional Index Für das Jahr 2023 weist Gujarat eine schlechte Personalquote von 18.47 Prozent auf, wobei über 23 Prozent der Menschen von Nahrungsmangel und über 9 Prozent von der Ernährung ausgeschlossen sind.

Die Daten des National Family Health Survey (NFHS) – 5 (2019–21) offenbaren eine beunruhigende Realität: 25 Prozent der Kinder in Gujarat sind „ausgezehrt“ – im Verhältnis zu ihrer Körpergröße übermäßig dünn, was ein erhöhtes Sterberisiko darstellt.

Erschreckenderweise sind 11 Prozent der Kinder im Staat stark ausgezehrt, ein Zustand, der eine Vielzahl langfristiger Folgen haben kann.


Was sind die langfristigen Folgen von Mangelernährung?

Die Folgen von Unterernährung im Kindesalter gehen weit über das körperliche Wachstum und die körperliche Entwicklung hinaus und werfen einen langen Schatten auf das Leben der Betroffenen.

Die Forschung hat Zusammenhänge zwischen Mangelernährung und kognitiven Beeinträchtigungen festgestellt, darunter niedrigere IQ-Werte, verminderte kognitive Funktionen, Verhaltensprobleme wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Sozialisationsprobleme und schlechte emotionale Regulierung.

Diese Auswirkungen können tiefgreifende Auswirkungen auf den Bildungsstand eines Kindes, seine zukünftigen Beschäftigungsaussichten und seine allgemeine Lebensqualität haben.

In schweren Fällen von Unterernährung leiden Kinder unter Proteinmangel, was zu Kwashiorkor führt – einem Zustand, der durch einen geschwollenen Bauch aufgrund übermäßiger Flüssigkeitsansammlung gekennzeichnet ist.

Dieser lebensbedrohliche Zustand kann unbehandelt zu Organversagen und sogar zum Tod führen.

Der Teufelskreis aus Unterernährung und mangelnder Hygiene verschärft die Krise noch weiter, da die Forschung einen direkten Zusammenhang zwischen beiden festgestellt hat, wobei jeder Faktor den anderen aufrechterhält.

Während Indien mit dieser unsichtbaren Krise zu kämpfen hat, sind dringende Maßnahmen erforderlich, um die Grundursachen von Hunger und Unterernährung durch einen mehrgleisigen Ansatz zu bekämpfen.

Gezielte Interventionen, wie die Verbesserung des Zugangs zu nahrhaften Lebensmitteln durch subventionierte Vertriebskanäle und Anreicherungsprogramme, die Stärkung sozialer Sicherheitsnetze und die Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken, sind entscheidende Schritte zur Sicherung einer Zukunft, in der kein Kind und keine Familie zurückgelassen werden.

Darüber hinaus sind umfassende Datenerfassungs- und Überwachungssysteme, die die Erfahrungen von Wanderarbeitnehmern und anderen gefährdeten Gemeinschaften erfassen, von entscheidender Bedeutung, um eine evidenzbasierte Politikgestaltung und maßgeschneiderte Lösungen zu ermöglichen.

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