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Im arktischen Eis eingefrorene Viren könnten Schmelzprozesse verlangsamen

Die Vorstellung von „übergroßen“ Viren, die in arktischen Gletschern gespeichert sind, mag wie der Beginn eines apokalyptischen Romans klingen, doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Riesenviren eine Schlüsselrolle dabei spielen, den durch den Klimawandel verursachten Schmelzprozess des Eises zu verlangsamen.

Sie haben wahrscheinlich gehört, dass Viren seit Millionen von Jahren im arktischen Eis eingefroren sind. Es wird spekuliert, dass sie eine Bedrohung für die menschliche Bevölkerung des Planeten darstellen könnten, da die Gletscher aufgrund des Klimawandels schnell schmelzen.

Vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie ist es nicht unangemessen zu glauben, dass die Existenz dieser uralten, eingefrorenen Viren nur eine schlechte Nachricht sein könnte. Neuere Studien haben jedoch einen positiveren Blickwinkel geboten.

Nach einer überraschenden Entdeckung glauben Wissenschaftler nun, dass in Eiskappen eingegrabene Viren eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen könnten.

Gemäß den Forschungsergebnissen veröffentlicht in der Zeitschrift microbiome Im Mai haben Wissenschaftler der dänischen Universität Aarhus „übergroße“ Infektionserreger in Grönland gefunden, wo sie offenbar das Abschmelzen des Polareises verlangsamen.

Sprechen Sie über eine Wendung in der Handlung.

Wie verhindert ein Virus, dass Eis schmilzt?

Das Vorhandensein von Riesenviren im Eis scheint das Wachstum der oben abgebildeten schwarzen Schneealgen zu hemmen. Diese Algenart ist dafür bekannt, dass sie das Eis schneller schmelzen lässt, da sie die Eisoberfläche verdunkelt und ihre Fähigkeit, Sonnenlicht zu reflektieren, verringert.

Obwohl sie für das bloße Auge unsichtbar sind, sind die im Eis eingeschlossenen Viren bemerkenswert groß und messen etwa 2.5 Mikrometer – etwa 125-mal größer als ein typisches Virus. Sie haben ungefähr die gleiche Größe wie feine Luftpartikel, die in den meisten Industrieländern für die Luftverschmutzung verantwortlich sind.

Ebenso beeindruckend ist die genetische Komplexität der übergroßen Viren: Das Genom umfasst etwa 2.5 Millionen Basenpaare, verglichen mit 150,000 bis 200,000 Basenpaaren, die in der DNA vieler Bakterien vorkommen. Aufgrund ihrer Größe und Komplexität stellen sie eine einzigartige Kategorie dar.

Bedeutsamer als ihre Größe ist jedoch ihr Einfluss auf ihre Wirte.

Diese Riesenviren neigen dazu, Algen zu infizieren, die in den Sommermonaten auf dem grönländischen Eisschild blühen. Durch die Beeinträchtigung des Wachstums dieser Algen könnten die Viren ihre Fähigkeit beeinträchtigen, die Eisschmelze zu beschleunigen.

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Was sagen die Wissenschaftler?

Die Entdeckung übergroßer Viren in der Arktis ist bedeutsam, da Riesenviren der wissenschaftlichen Gemeinschaft erst seit etwa 40 Jahren bekannt sind. Der erste Beispiele wurden bereits 1981 im Meer gefunden.

Seitdem wurden sie in einer Reihe von Umgebungen gefunden, darunter auch im menschlichen Körper, jedoch noch nie zuvor auf einer Eisdecke. Perinis Team entdeckte sie, indem es die DNA aus Eisproben analysierte und Sequenzen entdeckte, die zu Riesenviren gehören.

„Wir wissen nicht viel über die Viren, aber ich denke, sie könnten nützlich sein, um das durch Algenblüten verursachte Eisschmelzen zu lindern“, sagte Laura Perini, Postdoktorandin und Mitautorin der Studie, in einer Pressemitteilung Stellungnahme.

„Wie konkret sie sind und wie effizient sie wären, wissen wir noch nicht.“ Aber wir hoffen, durch eine weitere Untersuchung einige dieser Fragen beantworten zu können“, fügte sie hinzu. Perini und ihr Team wollen nun herausfinden, welche Rolle Viren im eisigen Ökosystem spielen.

Könnten Viren für den Klimaschutz genutzt werden?

Dieses Wissen kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Arktis erwärmt sich viermal schneller als der Rest der Welt, und natürliche Lösungen zur Bekämpfung dieser Erwärmung könnten entscheidend dazu beitragen, die Eisschmelze zu verlangsamen.

Das arktische Eis nimmt so schnell ab, dass aktuelle Vorhersagen auf die Region schließen lassen könnte bis 2040 eisfrei sein.

Der Verlust des arktischen Eises hat weitreichende Auswirkungen, darunter steigende globale Temperaturen, Wetterextreme, gefährdete Küstengemeinden, Nahrungsmittelinstabilität, Rückgang der Tierwelt und Methanfreisetzung aus Permafrost.

Durch das Verständnis und die potenzielle Nutzung der Rolle von Riesenviren bei der Bekämpfung von Algenarten hoffen Wissenschaftler, neue Strategien entwickeln zu können, um den raschen Eisverlust und seine globalen Auswirkungen einzudämmen.

Die Forschung der Universität Aarhus tut genau das und zeigt einen neuen Weg zur Bekämpfung des Klimawandels auf.

Es ist möglich, dass die fortgesetzte Untersuchung von Riesenviren und ihrer Interaktion in der arktischen Umwelt einen neuen Weg für den Erhalt dieser wichtigen und sich schnell verschlechternden Region bieten könnte.

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